Rund 2.900 Euro jährlich investiert derzeit jeder Bundesbürger in seine Gesundheit. Das ergab eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Darüber hinaus werben viele Ärzte offensiv für weitere Angebote, die der Patient jedoch selbst bezahlen muss – die so genannten Individuellen Gesundheits-Leistungen (IGeL). “Grundsätzlich ist es natürlich gut und wichtig, etwas für seine Gesundheit zu tun”, sagt Meike Fitting, Expertin für Vorsorgeuntersuchungen bei der DAK. “Bei kostenpflichtigen Zusatzleistungen sollten Patienten aber kritisch abwägen, bevor sie ihr Erspartes opfern.”

Fest steht: Die Krankenkassen zahlen alle medizinisch notwendigen Therapien und anerkannten Vorsorgeuntersuchungen. “IGeL-Angebote gehören deshalb nicht zum Leistungsspektrum der Versicherungen, weil ihr Nutzen nicht hinreichend nachgewiesen ist”, erklärt Fitting. Nach ihrer Schätzung ist höchstens ein Viertel dieser Angebote für die Betreffenden sinnvoll. Problem: “In den meisten Fällen ist der Patient mit der Entscheidung, was wichtig ist, schlichtweg überfordert”, sagt die Expertin. Sie rät, sich zunächst von der Krankenkasse zu Kosten und Nutzen der Angebote beraten zu lassen.

Wissenschaftlich umstritten
Eine Vorsorgeuntersuchung, die kritisch gesehen wird, ist beispielsweise der so genannte PSA-Test zur Feststellung von Prostatakrebs. Weil er auch “schlafende” Karzinome erkennt, die womöglich nie gefährlich werden, wird eventuell zu früh operiert. “Ein solcher Eingriff kann weit reichende Folgen wie Impotenz oder Inkontinenz haben – Männer sollten diese Entscheidung daher gründlich mit ihrem Arzt abwägen”, rät die DAK-Vorsorge-Expertin.

Sport-Check und Ernährungskurse
Freizeitsportler können mit einem Sportmedizinischen Check mögliche Überlastungsrisiken für das Herz-Kreislaufsystem feststellen lassen. Diese Tests sind allerdings nicht ganz billig. Tipp: In der Regel hat der betreuende Hausarzt einen guten Überblick über die individuelle Konstitution. Er kann beispielsweise bei Vorerkrankungen beraten, ob ein zusätzlicher Check sinnvoll ist. Angebote wie Ernährungsberatungen, Kurse zur Raucherentwöhnung und zur Stressbewältigung zählen ebenfalls häufig zum IGeL-Sortiment. Diese Maßnahmen bieten jedoch auch viele Krankenkassen an, darunter auch die DAK. Der Rat der Expertin: “Immer erst bei der Kasse nachfragen, bevor man unnötig Geld ausgibt!”

Gesundheit: Ein Luxusgut in Deutschland?
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